Interaktionelle Kreisläufe erklären

Mehrere SCRIBILITY-Figuren lassen sich zu Situationen zusammensetzen. Dadurch ist es möglich, konflikthafte Situationen, Interaktionsfallen oder dysfunktionale Kreisläufe nachvollziehbar zu erklären.


Wir empfehlen, beim Visualisieren von Familienkonflikten die einzelnen Figuren immer mit kleinen Verzierungen personalisieren zu lassen. Zum einen verhilft es - gerade bei mehreren Personen - zu mehr Überblick, zum anderen macht es Spaß und lockert erfahrungsgemäß die Stimmung. Dadurch können auch schwierige Situationen mit einer gewissen Leichtigkeit angesprochen werden. 


Entwickeln Sie gemeinsam mit dem Patienten bzw. der Familie Schritt für Schritt das Geschehen. 

In unserem Beispiel ist dies ein vierzehnjähriges Mädchen mit großen Schulproblemen, das mittlerweile auf jegliche Anforderungen allergisch reagiert. Ihr vorherrschendes Gefühl beschreibt sie selber als „starke Ablehnung“.

 

Welche Gefühle entstehen dadurch bei den anderen? 


In unserem Beispiel erklärt der Vater, dass ihn das Verhalten der Tochter ärgert. Er schimpft, wenn die Hausaufgaben wieder einmal nicht gemacht wurden. 

 

Die Mutter sagt, dass sie sich sehr sorge und nicht mehr weiter wisse. 

 

Was passiert dann?


Die Tochter wird wütend, da sie in den Augen ihrer Eltern „sowieso immer alles falsch macht“.


Der Vater zieht sich daraufhin beleidigt zurück, die Mutter versucht zu beschwichtigen und zu vermitteln.


Was passiert dann?


Mit der Zeit wird der Widerwille der Tochter gegenüber schulischen Themen immer stärker, da sie keine positiven Erfahrungen machen kann und immer wieder negative Rückmeldungen erhält.

 

Gleichzeitig werden dadurch die negativen Erwartungen der Eltern bestätigt. Der Vater ärgert sich immer weiter, die Mutter fühlt sich genauso hilflos wie zuvor.

 

Damit schließt sich der Kreislauf und beginnt wieder von vorne.


Ideen für die weitere Arbeit:

  • Überlegen Sie mit der Familie, welche Verhaltensweisen den Kreislauf durchbrechen
    und zu einem produktiveren Ergebnis führen könnten?

  • Visualisieren Sie diese ggf. in einem neuen Bild.
  • Was könnte jede der drei beteiligten Personen dazu beitragen?
  • Auch wenn man Gefühle in der Regel nicht direkt beeinflussen kann - welche Gefühle (der Eltern) wären denn hilfreicher?

 

Entwickeln Sie im Anschluss mit den Beteiligten das Konzept der “Automatischen Gedanken“. Oder zurück zur Übersicht.